Die Basisgemeinschaft Bokor {Zum Namen “Bokor” (Busch) gelangte die Gemeinschaft in den siebziger Jahren: In dieser Studie vergleicht er die aus dem Wirken des Hl. Geistes entstehenden Bezeichnung, sah sie doch darin einen Hinweis auf den nicht verbrennenden Dornbusch, bzw. blickt auf eine Vergangenheit {Gegen Ende des 2.Weltkrieges traf der Piaristenpater christlichen Glaubens, Denkens und der Praxis durch die Zeit der kommunistischen Diktatur und Kirchenverfolgung. Einen Bruch erlebte das Leben der Gemeinschaft durch die Verhaftungswelle im Jahr 1952, als viele Ordensleute, Priester und Laien, so wie wir es heute erleben, entstand Mitte der sechziger Jahre, nachdem der Werk “Suchet das Reich Gottes” (SdRG). Es ist ein Synthese der Jesus in den Mund gelegten Worte, wie wir sie in den Evangelien finden. Dieses Werk wurde zur bestimmenden Grundlage des gemeinschaftlichen Idealismus. Die Grundlage - und die Identifikation mit dem im “Suchet das Reich Gottes” aufgezeigten Erbe Jesu, mit dem Bild des nur einen Spitzenwert kennenden Liebe-Gott und der daraus folgenden Ethik. } ist bis zum heutigen Tage - und sie ist die einzige Bedingung - die Identifikation mit dem Erbe Jesu, mit dem nur einen Spitzenwert kennenden Bild des Liebe-Gottes und der daraus folgenden Ethik. Im Folgenden wird versucht, dies komprimiert darzustellen.

Gott = Liebe. Hl. Dreifaltigkeit = Gemeinschaft der Liebe.
Auch uns kann dieser Liebe-Gott nur lieben und hat uns zur Liebe erschaffen. In jeden Einzelnen hat er diese wesentliche Information hinein gelegt: “Was du nicht willst,

Von diesem Gott und der daraus entspringenden Praxis spricht die jesuanische Botschaft. davon das Bild des Gerichtes. Innerhalb der “Bokor”- Gemeinschaft hat sich das Wesen dieser Botschaft, die Verwirklichung der Liebe, als “Dreifach-Ideal” heraus kristallisiert:

1. Wer liebt, der gibt.

2. Wer liebt, der dient. Er wird niemand etwas zuleide tun, niemand zwingen - weder mit Worten, noch mit Taten: Auch als Verteidigung wird er keine Gewalt anwenden! Und dadurch, dass er ein Gegner des gemeinschaftlichen Netzes stets besser zu verstehen und umzusetzen. Vorbild dieser

Welches sind die besonderen Merkmale der Praxis in der “Bokor”-Basisgemeinschaft? Ein herausragendes Merkmal im Leben der Mitglieder ist das Geben Es gibt viele Familien mit 4 - 6 Kindern, doch gibt es auch solche mit 10 Kindern, ja sogar mit 16 Geschwistern. Obwohl es in diesen Familien meistens nur einen Verdiener gab, wurde schon vor Jahrzehnten die Feststellung gemacht, dass in Ungarn selbst solche Familien besser lebten und leben, als sehr viele in der dritten Welt, wo die Bedrohung auch juristisch anerkannten Stiftung “Dritte Welt”. Vom Konto dieser Stiftung gehen nicht nur Almosen (den “Fisch”), sondern leiten dadurch auch das “Fischen” ein - wenn auch : Es ist eine Frage der Gewissenserforschung: Habe ich Zeit, Geld, Liebe angeboten? War das ausreichend? Gab ich heute mehr als gestern?

Wer etwas in die Gemeinschaft einbringt, bringt es als “soziale Leistung”: im Gemeindeleben der Pfarrei ein - sofern dies dort angenommen wird: Religionsstunde, In den Jahrzehnten des Sozialismus waren es nicht wenige Mitglieder, die Arbeiten und Dienste annahmen, die weit unter ihrem Ausbildungsniveau waren, weil sie nicht bereit waren, mit den “Herrschern” zusammenzuarbeiten. Im letzten Jahrzehnt waren einige optimistisch und bereit, irritierend ist. Auch die neue Herrscherklasse nutzt die dienenden Leiter aus und verabschiedet sich bald von ihnen.

Die Gewaltlosigkeit, das Nichtanwenden von Gewalt ist jenes Merkmal der “Bokor”-Gemeinschaft, das den breitesten Bekanntheitsgrad hat. Dazu beigetragen haben die Prozesse und Inhaftierungen der Kriegsdienstverweigerer. Dadurch kam es dann auch zur Verurteilung und Ablehnung dieser Gemeinschaft durch die staatlichen und kirchlichen

Gleichzeitig versuchen die Mitglieder der Gemeinschaft ihren Sanftmut in immer breiteren Kreisen zu verwirklichen: in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Kirche; in der Gemeinschaft.

Anfangs verlief das Leben der Gemeinschaft in der {Die massiven Verfolgungen und Inhaftierungen der aktiven Priester und Laien in Mitte der sechziger Jahre viele der Inhaftierten wieder freikamen, formierten sich wieder Kreise von Menschen, die nach dem Wesen der jesuanischen Botschaft In den siebziger Jahren begannen dann zahlreiche Priester der Basisbewegung Jugendgruppen zu bilden. In den achtziger Jahren ging die ungarische Bischofskonferenz wurde dadurch aus dem Leben der katholischen Kirche ausgeschlossen. (Hier sei nur kurz gab es viele Nichtkatholiken, ja sogar Nicht-Glaubende, die sich mit den moralischen Prinzipien und der Praxis der “Bokor”-Gemeinschaft identifizieren konnten.} Man traf sich als Im internen Leben von “Bokor” gibt es zwei weitere wesentliche Prinzipien in Verbindung mit der daraus folgenden Praxis:

Das eine Prinzip lautet: “Die erkannte Wahrheit verpflichtet.” und zwar in einem kontinuierlichen Prozess, bei dem sich Denken und Leben stets erneuert - denn niemand hat den Auftrag, “das Gewissen eines Anderen bei sich aufzubewahren”. ein Lehrer werden, - so wie dies auch Jesus von seinen Aposteln erwartet hat.

delegiert. {Die Gemeinschaft kennt innerhalb ihrer Organisation keine “Ernennung”. erscheint, den Geschwistern zu helfen und zu dienen. Hat man ihn/sie gefunden, der Kleingruppen gesucht, so spielt es keine Rolle, ob jemand Mann oder Frau, verheiratet oder ledig ist. Wichtig ist nur, wie sehr er/sie lieben und dienen kann. verwirklicht werden kann. “Bokor” sieht die Kirche als ein Netz von Kleingemeinschaften, deren Grundlage die geschwisterliche, Gewalt und Macht nicht kennende, aufeinander bauende Beziehung ist. Die Vertreter der einzelnen Kleingemeinschaften bilden die Kleingemeinschaft Die interne Organisation des gemeinschaftlichen Lebens kennt keine “Ernennung”. erscheint, den Geschwistern zu helfen und zu dienen. Hat man ihn/sie gefunden, wird er/sie

Das stete Nachdenken und Austauschen von Ideen bringt immer neue, mit den eindringlicher die Frage in den Vordergrund, ob auch weiterhin das “Zusammenkommen” als Zeichen der Gemeinschaft ausreicht, oder vielleicht doch eine Kommune mit

Die Basisgemeinschaft “Bokor” ist demnach kein abgeschlossenes Lehr- oder Vorschriftensystem, sondern sie strebt in einem andauernden Prozess - wie in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft - danach, die jesuanische Botschaft immer vollkommener zu verstehen, in das Leben umzusetzen und es anderen bekannt zu machen.

 

Die nachstehende Schreiben von Georg Bulányi wurden von Johann Mark übersetzt. >>.

 

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